
Schule ist für mich mehr als ein Arbeitsplatz. Sie ist ein komplexer, lebendiger Ort – geprägt von Beziehungen, Verantwortung und ständigen Aushandlungsprozessen.
Seit vielen Jahren arbeite ich in diesem System: als Lehrer für Deutsch und Englisch, als Klassenleiter, als Fachleiter, in der Steuergruppenarbeit, in der Lehrerbildung an der Universität und heute auch als systemischer Coach und Supervisor. Diese unterschiedlichen Perspektiven prägen meinen Blick auf Schule – und auf die Menschen, die sie gestalten.
Ich kenne die Dynamik des Klassenzimmers ebenso wie die Anforderungen von Leitungsteams. Ich weiß, wie anspruchsvoll es ist, Verantwortung zu übernehmen – Entscheidungen zu treffen, die andere betreffen, Entwicklungen anzustoßen, mit Widerständen umzugehen. Und ich weiß auch, wie sehr berufliche Anforderungen in das private Leben hineinwirken können.
In meiner Arbeit verbinde ich schulpraktische Erfahrung mit systemischer Beratungskompetenz. Ich arbeite strukturiert, analytisch und zugleich zugewandt. Mir geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um tragfähige Klärung: Was ist meine Rolle? Wo liegt meine Verantwortung? Was ist mein Gestaltungsspielraum – und wo braucht es bewusste Begrenzung?
Besonders geprägt haben mich die Begleitung angehender Lehrkräfte in Übergangssituationen, die Auseinandersetzung mit Fragen von Heterogenität, Differenzierung und professioneller Haltung. Ebenso wertvoll sind meine Erfahrungen in schulischen Entwicklungsprozessen – in Steuergruppen, in Leitungsverantwortung und in der Konzeption von Lern- und Förderstrukturen.
Ich arbeite heute weiterhin im Schuldienst und bleibe damit nah an der Realität von Schule. Gleichzeitig ermöglicht mir meine systemische Weiterbildung und Supervisionspraxis einen reflektierten Außenblick auf Dynamiken, Strukturen und Entscheidungsprozesse.
Was mich antreibt, ist die Überzeugung: Schule braucht
Menschen mit Haltung. Und Haltung entsteht dort, wo Klarheit
wächst.
Wenn ich nicht arbeite, finde ich Ausgleich in Bewegung und praktischen Tätigkeiten – Dinge, die den Kopf frei machen und den Blick weiten. Auch das gehört für mich zu professioneller Verantwortung: die eigene Balance ernst zu nehmen.
